Geschichte

Exkursion zur Maginot-Linie und nach Straßburg

Am Dienstag, dem 28.05.19 trafen sich alle neunten Klassen mit den Lehrern: Frau Rau, Frau Klein, Herr Schwäble, Herr Röser und Herr Rothfuß um 7:00 Uhr am ZOB. Als um viertel endlich alle da waren, konnte die Fahrt beginnen.

Nach einer langen Fahrt stiegen wir um 10:20 Uhr aus dem Bus aus. Wir befanden uns am Simserhof. (Bild1)

Wir teilten uns klassenweise. Wir, als 9b wurden in einen Raum geleitet in dem uns ein Film über die Ausgangslage nach dem 1. Weltkrieg, die defensive Taktik Frankreichs und der Ausbruch des 2. Weltkrieges zeigte. Danach setzten wir uns in einen Wagen (Bild 2) und fuhren damit durch den Versorgungseingang in das Berginnere. In den Gängen berichteten über Lautsprecher mehrere Augenzeugen über ihre Erlebnisse. Auch wurde der Wagen immer wieder langsamer, sodass man einzelne ausgestellte Waffen und Szenen betrachten konnte. Als wir schließlich wieder an der Ausgangsstelle herauskamen, stiegen wir aus und hatten eine halbe Stunde Zeit, bevor wir zu Fuß über einen Weg auf einen nahen Hügel gingen. Dort empfing uns eine Mitarbeiterin der Anlage und führte uns durch den sehr gut bewachten Eingang. Danach ging es 149 Stufen 25 Meter in die Tiefe hinab. Dort unten war es kühl und sehr feucht. Los ging es mit der Besichtigung der Luftfilterungsanlage. Durch sie konnte das Eindringen von Giftgas verhindert werden. Weiter schauten und hörten wir uns die Stromaggregate an. Mit ihnen konnte die gesamte Anlage mit Strom versorgt werden. In dieser unterirdischen Kaserne waren zwischen 800 und 900 Mann untergebracht. Daher gab es eine Versorgungsabteilung mit mehreren, zu damaligem stand, topmodernen Küchen und riesige Essenkammern. Die gesamte Mannschaft konnte bis zu drei Wochen mit ihren Vorräten leben. Für die Wasserversorgung hatten sie unterirdisch zwei Quellen angebohrt. Auch gab es Bereitschaftsräume, Duschen und Toiletten. Hygiene war sehr wichtig, da Krankheiten sich schnell ausbreiten konnten. Daher gab es auch ein Todesraum, in den die Toten aufbewahrt werden konnten. Das es gar nicht so weit kam, befand sich dort ein großes Lazarett mit Operationssaal, sowie ein Zahnarzt mit fußbetriebenem Bohrer. Nach einigen weiteren Erklärungen von der, mit Dialekt sprechenden, Mitarbeiterin, machen wir uns auf den Rückweg und stiegen mühsam die vielen Treppenstufen hinauf, während die Lehrer den Aufzug benutzen durften.

Es war damals und heute auch noch, ziemlich unangenehm. Nur wenn es genug Strom gab, gab es Heizung, die Temperatur lag bei so circa 16 Grad Celsius. Doch es war vor allem sehr dunkel, nur all 6m eine 10 Watt Lampe, feucht und laut. Immerhin die Luft war einigermaßen gut, da die unterirdische Bahn mit Strom fuhr. Aber das schlimmste war das Nichtstun und die Orientierungslosigkeit. Keine Sonne, immer kühl und feucht und laut. Und am Ende hat es fast gar nichts gebracht, da die Deutschen klug waren und über Niederlande und Belgien nach Frankreich einmarschierte, den dort befanden sich nur sehr wenige Verteidigungsbunker, denn die Franzosen verließen sich auf die Belgier und schlicht und ergreifend fehlte das notwendige Geld.

Um 13:30 trafen sich alle Klassen wieder. Weiter ging es mit dem Bus, eine Stunde nach Straßburg. Dort erkundeten wir in Kleingruppen frei die Stadt und die Geschäfte. Trotz einiger kurzer Regenfälle ließen wir uns nicht aufhalten und trafen um 17:30 pünktlich am Treffpunkt ein, nur die Lehrer hatten eine kleine Verspätung! Nach zweieinhalb Stunden diskussionsreicher Fahrt erreichten wir wieder Calw.

Es war ein sehr interessanter und erlebnisreicher Ausflug. Es ist schön, wenn so Geschichte erlebbar wird. Auch die Zeit in Straßburg konnten wir genießen. Ein sehr lohnender Ausflug.

Samuel Keppler